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Aloisiushof

véritable 17 –

Premium Weinfachmesse im Aloisiushof

Batin Mumcu - www.berlinerweinpilot.de

Foto: Batin Mumcu – www.berlinerweinpilot.de

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Susanne, Philipp Kiefer (Foto: Batin Mumcu – www.berlinerweinpilot.de)

Zur „véritable 17“ hab ich ein Interview mit Philipp Kiefer geführt. Wir sprachen über Saumagenpizza, Helmut Kohl, VDP und Techno in Berlin.

Im Interview Text habe ich Bilder der Weinmesse im Aloisiushof in St. Martin integriert.

Viel Spaß beim Lesen und los geht´s …

Interview mit Philipp Kiefer

 Der Gault Millau Weinguide Deutschland 2016, beschreibt Philipp Kiefer „als Aufsteiger, der aus dem Tierreich entlehnt ist“. Weiter schreibt man da: „Philipp Kiefer hat sich zum absoluten und unangefochtenen Leitwolf in St. Martin entwickelt. Er hat es geschafft, aus einem Weingut einen Betrieb mit Ambition, Profil und Souveränität zu entwickeln.“

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Philipp Kiefer (Foto: Batin Mumcu – www.berlinerweinpilot.de)

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Philipp Kiefer (Foto: Batin Mumcu – www.berlinerweinpilot.de)

 Weinpilot: Der Leitwolf aus der Pfalz. Das klingt spannend. Kannst Du Dich und den Aloisiushof kurz den Leuten vorstellen, die bislang nur die Walz aus der Pfalz (H.P. Briegel) kennen?

Die Top Sachen sind im Aloisiushof gelistet

Philipp Kiefer: Ja sehr gerne. 1950 hat mein Opa Alois den Hof gegründet. Sowohl der Hof, das Weingut als auch das Weinhaus sind nach „Alois Kiefer“ benannt. Mein Vater und seine zwei Brüdern waren von Geburt an am Aufbau vom Aloisiushof beteiligt. Wir haben mit 3 ha. angefangen und sind jetzt bei 22 ha.

Die Top Sachen sind im Aloisiushof gelistet. „Pinot Times“ ist ein Burgunder-Projekt, das ich als Hobby mit meinem Cousin Dominik Stern vom Weingut Stern zusammen betreibe. Weiter gibt es noch das Pfälzer Barrique Forum eine Kooperation mit 30 Betrieben.

Ich selbst bin seit 2008, nach meiner Lehre, Studium und dem Praktikum in New Zealand (2008 in NZ. Nordinsel 5,5 Monate) in den Betrieb dazu gekommen. Das Besondere ist, dass jeder aus der Familie im Betrieb beschäftigt ist. Mein Vetter und seine zwei Brüder, mein Onkel, meine Schwester Julia, meine Frau Susanne – alle aus der Familie sind am Start.

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Umso mehr bin ich meiner Familie sehr dankbar für das Vertrauen

Weinpilot: Können die Neuseeländer was im Weinbau oder saufen die den ganzen Tag Bier und schauen dabei Rugby im TV?

Philipp Kiefer: Das war schon alles sehr groß und sehr interessant. Gerade beim Ausbau von Chardonnay, Sauvignon Blanc und im Holz-Einsatz habe ich viel gelernt.

Weinpilot: Die Pfalz ist in vielen Bereichen sehr altbacken und konservativ. Hier etwas zu bewegen, gerade als Jungwinzer, stelle ich mir sehr schwer vor.

Philipp Kiefer: Das ist schon richtig. Umso mehr bin ich meiner Familie sehr dankbar für das Vertrauen. Jedoch ganz alleine kann ich nichts drehen, das geht nur im Family-Team.

 

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Mein Ziel: Ertragsreduziert zur Qualitätssteigerung.

Weinpilot: Ist der VDP für Dich ein Thema? Oder würdest Du den von der Bettkante stoßen?

Philipp Kiefer: Wir haben in der Vergangenheit ein VDP-Förderprogramm durchlaufen das nach fünf Jahren endete. Von 20 Weingütern wurden nur drei aufgenommen. Es besteht die Chance der Einberufung, aber wann, und ob, das steht in den Sternen.

Weinpilot: Ist das wichtig, beim Verband Deutscher Prädikatsweingüter dabei zu sein?

Philipp Kiefer: Nein sagen würden wir nicht. Immerhin sind führende deutsche Qualitätsbetriebe mit dabei.

Weinpilot: Wie würdest Du deine Philosophie im Weinbau beschreiben?

Philipp Kiefer: „So naturnah und Umwelt schonend wie möglich zu arbeiten.“ Viel Handwerksarbeit einzusetzen. Mein Ziel: Ertragsreduziert zur Qualitätssteigerung. Wir haben seit zwei Jahren keine Herbizide gespritzt. Aber eine Zertifizierung ist kein Ziel für mich. Mit der Spontanvergärung im Top Segment haben wir gute Ergebnisse erzielt. Im Einstiegssegment mache ich das nicht. Da ist mir das Risiko zu hoch.

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Das ist absolute Zukunftsmusik für mich. 

Weinpilot: Ich war vor kurzem in Georgien. Der Ausbau in Qvevri hat dort eine lange, ca. 8.000 Jahre alte Tradition. Ist für Dich der Bio-, Natur- und Orange-Wein nur ein kurzweiliger Trend oder eine ernst zunehmende langfristige Entwicklung „Back to the Future“?

Philipp Kiefer: Das ist absolute Zukunftsmusik für mich. Es ist schon ein sehr spannendes Thema, wenn es gut gemacht ist. Leider habe ich viele negative Ergebnisse verkostet. Vom Opa gibt es noch drei Steinzeug Behälter mit jeweils 1.000 Liter. Die haben wir im Boden versenkt, und in Zukunft werden wir da sicherlich spannende und kreative Experimente mit machen.

Weinpilot: Welche Erwartungen hast Du an die „véritable“ und welchen Stellenwert hat für Dich Deine Weinmesse national und international?

Philipp Kiefer: Die „véritable“ haben Uwe (Uwe Warnecke) und ich ins Leben gerufen. Beim Verkosten vieler Weine ist die Idee zur „véritable“ entstanden. Mittlerweile sind 93 Betriebe beteiligt. Vor 20 Jahren wäre das noch unvorstellbar gewesen, dass Winzer Kollegen ihre Weine im Fremdweingut präsentieren. Die „véritabe“ macht die Ortschaft schon sehr stolz, Gäste wie Angelo Gaja, Günther Jauch etc. zu empfangen. Und dazu ist es ein tolles Aushängeschild für St. Martin. Aus St. Martin selbst sind keine Winzer dabei, außer uns. Es soll auch keine Pfalz-Weinprobe sein, sondern ist mehr international gedacht.

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Weinpilot: Du hast gerade von Uwe Warnecke gesprochen, wie hält man das eigentlich mit und ohne den aus? Immer wenn ein Tag vergeht, an dem er mich nicht anruft, mache ich mir Sorgen?!

Philipp Kiefer: Er ist ein Kollege und Sommelier-Vollprofi mit einer langen und spannenden Geschichte und Laufbahn. Eine absolute WinWin Situation Ihn zu treffen. Er hat den Betrieb weiter gebracht. Uwe kenne ich seit 2007, kurz darauf kam die erste Wein-Messe 2010. Uwe ist sicherlich ein Freak und nicht immer einfach im Umgang, aber genau das schätze und respektiere ich an Ihm.

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Nur eine Promo Etikette „crazy uwe“ (Foto: Batin Mumcu – www.berlinerweinpilot.de)

Weinpilot: Apropo Freak, was ist eigentlich aus der Idee vom Crazy Uwe Wein geworden?

Philipp Kiefer: Kommt! Riesling Maikamrer Heiligenberg. Ertragsreduziert mit 90 Oe. Ausbau im Fudder 1.000 Liter. Nur die besten Trauben, mit Maischestandzeit. Sponti Vergärung im Gewölbekeller. Eine Mosel Stilistik in der Pfalz.

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Helmut Kohl hat der Region viel gebracht

Weinpilot: Helmut Kohl ist in diesen Tagen verstorben. Gibt es jetzt einen Trauermarsch oder eine Party in der Pfalz?

Philipp Kiefer: Weder noch! Helmut Kohl hat der Region viel gebracht. Er war damals sogar bei uns im Betrieb mit Václav Havel auf Staatsbesuch. Wir haben sogar ein Fass für das Bundeskanzleramt als  Sonderabfüllung produziert. Helmut Kohl hatte damals eine gute Beziehung zum Bürgermeister Herrn Ziegler und hat viel für die Pfalz bewirkt.

Weinpilot: Dann gibt es also heute Abend Saumagen oder doch lieber eine Pizza?

Philipp Kiefer: Saumagenpizza!!! 🙂

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Weinpilot: Wie siehst Du die Weinkultur in der Zukunft, wo geht der Trend hin?

Philipp Kiefer: So wie es vor dem Ersten Weltkrieg war. Deutschland neben Bordeaux im Weinregal. Es wird viel bewegt, es gibt tolle Nachwuchstalente in Deutschland mit hohem Qualitätsbewusstsein.

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Weinpilot: Deine Liste der besten Weine der Welt sind?

Philipp Kiefer:

Weiß: Trimmbach Elsass – Riesling – Clos Ste. Hune

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Rot Bernhard Huber Baden alle Burgunder

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Schaumwein: Champagner Häuser wie Billcard Salmon, und kleine Häuser mit tollen Ergebnissen.

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Süßwein:  Prüm, Dönnhoff, F. Haag, Ziliken, Mosel mit Restsüße, alle Top Mosel Weine

 

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Da rein, da raus und ab in den nächsten Club

Weinpilot: Welche Weinbars in Berlin kannst Du empfehlen?

Philipp Kiefer: Ich bin selten da. Ich war mal in der Weinbar Rutz. Meistens war ich in Berlin zum Party machen und eher in Techno Clubs unterwegs. Frag mich nicht wie die heißen, im Laufe der Nacht hab ich da den Überblick verloren. Da rein, da raus und ab in den nächsten Club. Berlin und Techno das ist ja unglaublich was da abgeht!

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Alois Lageder (Foto: Batin Mumcu – www.berlinerweinpilot.de)

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Günther Jauch (Foto: Batin Mumcu – www.berlinerweinpilot.de)

Bleibt easy und trinkt Pinot mit Saumagenpizza

Weinpilot: Tierisch und animalisch verabschieden wir uns dankend vom „Aufsteiger aus dem Tierreich“. Wie lautet deine Botschaft als „Leitwolf aus der Pfalz“ an die Weinwelt?

Philipp Kiefer: Bleibt easy und trinkt Pinot mit Saumagenpizza. Obwohl zum Saumagen würde besser Riesling passen. Oder Leberworschtbrötche naturnah.

Weinpilot: Wir wünschen Dir viel Erfolg, weiterhin Deinem hohen Anspruch an Wein gerecht zu werden. Was mich beeindruckt hat ist, dass der Aloisiushof als Familien-Betrieb mit Freunden im Umfeld und der Ortschaft St. Martin in der Pfalz geschlossen auftritt und mit der „véritable“ Weinmesse hohe Wellen schlägt, die international und deutschlandweit wichtige Menschen der Weinbranche vereinigt.

Alles weitere zum Wein und Sekthaus Alois Kiefer findet Ihr hier:

http://aloiskiefer.de/

Danke an Uwe Warnecke für deine Freundschaft,

und Philipp Kiefer für das Gespräch,

wir sehen uns nächstes Jahr zur „véritable 18!

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kariert und liniert passt! Susanne + Philipp Kiefer (Foto:Batin Mumcu – www.berlinerweinpilot.de)

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Philipp Kiefer, Batin Mumcu (Foto:www.berlinerweinpilot.de)

Hinweis:

Philipp Kiefer kommt bald nach Berlin,

wir freuen uns in einem besonderen Berliner Weinpilot Event,

die Weine und das Weingut in seiner Vielfalt in der Hauptstadt vorzustellen.

Mehr dazu bald im Kalender

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„Damit Du keine Weinverkostung verpasst!“

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