Piemont

Piemont

Foto: Batin Mumcu - www.berlinerweinpilot.de

Foto: Batin Mumcu – www.berlinerweinpilot.de

… nach drei spektakulären Wein-Reisen in Jahr 2014 nach Portugal, konnte ich mir in der Tat nicht vorstellen, dass in 2015 meine Erwartungen mit den folgenden Italien-Weinreisen übertroffen werden.
Es begann dann doch eher unspektakulär, fast schon bescheiden und ernüchternd mit der B to B Buyer´s Wein-Messe im Frühjahr in Asti. Ankunft in Mailand, weit hinten am Horizont die Schneebedeckten Alpenausläufer zu sehen, die zwischen dicken Regenwolken gelegentlich hervorscheinen. Regen, Regen viel Regen und wieder Regen. Bis auf den gelegentlichen Ausblick auf die Berge und Hügellandschaft im Piemont, war kein deutlicher Unterschied zum aktuellen Berlin Klima zu spüren. Die Luft war deutlich und spürbar besser, bei jedem Atemzug, ein Balsam für Körper und Seele, ein sinnliches Erleben der Natur, war durchaus gegeben.

Foto: Batin Mumcu - www.berlinerweinpilot.de

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Als Welcome „Gift“ gab es von dem Hotelpersonal an der Rezeption, eine schwarze Trüffel-Kugel, die ca. so groß war wie ein Tennisball, und deren Aroma meine Sensorik ein Leben lang nachhaltig begleiten wird. Mit der Empfehlung und Ansage, dieses Präsent doch lieber in der Minibar aufzubewahren, war mir und meiner olfaktorischen Wahrnehmung sehr geholfen. Genau da, in der Minibar, mag sie jetzt wohl auch noch liegen. Ich schätze, dieser „Aroma-Explosionsball“ hatte einen Marktwert von penetrant stinkenden 200,- Euro.

Meine Gruppe, bestehend aus 12 Internationalen „Wein-Heroes“ aus aller Welt, wurde ohne Willkommensansprache und Ablaufplan, seitens der Veranstalter, direkt in die Höhle der Löwen katapultiert. Ausgeliefert in einem Bankettraum mit 50 Winzer aus dem Piemont, alles Familienbetriebe, konnte man diesen herzlichen Menschen keinen Probeschluck ablehnen. Ein fataler Mix aus Sommelier-Tourist und Gastgeber Mentalitätszwang, und deren Folgen mit endlos vielen Flaschen Wein, bestehend aus Barbera, Barbera und Barbera, gelegentlich auch mal ein Nebbiolo, Dolcetto, Barbaresco und zum Teil auch sehr jungen Barolo. Nach ca. 500 Weinproben und stunden später, dann doch ein Highlight, ein Moscato de Asti im Glas zu haben. Wie sehr ich doch diesen Wein und jene Rebsorte seit dieser Tage schätze und lieben gelernt habe. Mal mehr Frucht, mal weniger Frucht, mal Spumante, mal trocken, mal schäumend, mal spritzig aber immer fruchtsüß und mit viel Restzucker! Was für eine Wohltat dieses kalte, weiß bis hell Gold, moussierend, süß, elegant, unschuldige Geschöpf nach fünf Hundertschaften von schweren, Gerbstoffhaltigen und nur so vor Tannin und Phenol protzenden „Königen der Rotweine“ zu verkosten. Das Barbera-Spiel im Bankettraum, ging dann ganze drei Tage so weiter, von morgens um 9 Uhr, bis abends um 17 Uhr. Bis auf ein, zwei besuche bei Winzern in nahe gelegenen Ortschaften, war wenig vom Zauber der Region zu spüren. Regen, Regen und nochmal Regen gibt es im Frühjahr in Piemont, falls mal jemand einen Regenurlaub planen sollte… !? (Weinreise Italien 2015 Teil 1/8)

Weinreise Italien Piemonte 2015

Foto: Batin Mumcu – www.berlinerweinpilot.de

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